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Unsere Geschichte

Der Reformpädagoge und Gründer von OUTWARD BOUND Kurt Hahn (1886-1974) wird als der Urvater der Erlebnispädagogik bezeichnet. Seine Erziehungsidee knüpfte an Gedanken von Plato, Goethe, Fichte, Pestalozzi und Lietz (Begründer der Landerziehungsheime) an. Gegen die „Mangelerscheinungen“ bei der Jugend seiner Zeit gab es nach Kurt Hahn ein Heilmittel, nämlich die Erlebnistherapie. Der Kern dieses Bildungskonzepts bestand, modern ausgedrückt, in einem kompakten, naturbezogenen Outdoor-Training. Kurt Hahn gab diesem Programm den Namen „OUTWARD BOUND“. Dieser Begriff stammt aus der Seefahrt und beschreibt den Zustand eines Schiffes, das mit aller notwendigen Ausrüstung ausgestattet und bereit ist, auf Große Fahrt zu gehen. Hahn nutzte diese Umschreibung als Synonym für die Vorbereitung junger Menschen auf die "Große Fahrt ins Leben".

Zur Vorbereitung auf diese "Große Fahrt ins Leben" definierte Hahn verschiedene Elemente der Charakterbildung.* Die vier (später fünf) Einzelelemente können nicht gegenseitig ausgetauscht werden, sondern sind aus seiner Sicht alle gleichermaßen notwendig:

  • Körperliches Training: 
    Es sollte dem Verfall der körperlichen Tauglichkeit entgegen wirken und körperliche Fähigkeiten entwickeln und verbessern. Die gute körperliche Verfassung war als Grundlage für Expeditionen und Rettungsdienste notwendig. Leichtathletische Übungen und vielfältige Natursportarten (je nach Gegend Wassersport oder Schneesport) sollten auch leistungsschwächeren Teilnehmern Erfolgserlebnisse ermöglichen.
  • Expedition: 
    Hier sollte neben der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit auch der jugendliche Forscherdrang befriedigt weden. In ein- oder mehrtägigen Touren zu Fuß, mit dem Fahrrad, Kanu oder Segelschiff, sollten Jugendliche - allein oder in der Gruppe - ursprüngliche Erfahrungen machen und dabei ihre Fähigkeiten entdecken und erweitern.
  • Projekte: 
    Sie sollten geistige, handwerkliche oder künstlerische Anforderungen an die Jugendlichen stellen und "Kopf, Herz und Hand" einbeziehen. Ein hohes Maß an Selbständigkeit sollte zur Selbstfindung beitragen. Mühe und Anstrengung waren, ebenso wie Sorgfalt und Verantwortung unvermeidlich, um das Ziel zu erreichen.
  • Dienst am Nächsten/Rettungsdienste: 
    Sie dienten als Maßnahme gegen den Mangel an menschlicher Anteilnahme und waren fest in das Erziehungsprogramm der Schulen (Salem!) und Kurzschulen integriert.
  • Selbstzucht: 
    Später wurde das Konzept um dieses fünfte Element erweitert. Damit ist der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und andere Drogen gemeint.

Mit diesen Elementen der "Erlebnistherapie", die miteinander verzahnt waren, wollte Hahn den Defiziten des öffentlichen Schulsystems entgegenwirken und den Jugendlichen eine ganzeitliche Persönlichkeitsbildung ermöglichen. Zu deren Realisierung nutzte er die bildende Wirkung des von ihm gegründeten Landerziehungsheims Salem (Gymnasialinternat).

*(Vgl. dazu Ruth Merk: Klassenzimmer unter Segeln, S. 21ff, Czwalina Verlag Hamburg 2006)

Mehr Informationen zu der Geschichte von Outward Bound erhalten Sie auch auf der Seite von Outward Bound International

Die Elemente der Erlebnistherapie
„damals“ und „heute“

Projekte damals

Diese sollten geistige, handwerkliche oder künstlerische Anforderungen an die Jugendlichen stellen und dabei „Kopf, Herz und Hand“ einbeziehen. Ein hohes Maß an Selbständigkeit sollte zur Selbstfindung beitragen. Mühe und Anstrengung waren, ebenso wie Sorgfalt und Verantwortung unvermeidlich, um die Ziele zu erreichen.

Projekte heute

Im Rahmen von Projekten werden von den Teilnehmern selbst gewählte Aufgaben gemeinsam mit Sorgfalt, Geduld und Ausdauer gelöst werden. Auch hier bilden Prozess und Ergebnis eine Handlungseinheit, über die selbstkritisch reflektiert wird. Auf der Klassenfahrt selbst besteht die Möglichkeit, Handwerkszeug für die selbstständige Projektarbeit zu vermitteln, z. B. Kommunikationsregeln für die Lösung von Problemstellungen.


Training damals

Dieses sollte die Fitness und die körperlichen Fähigkeiten entwickeln und verbessern um dem Verfall der körperlichen Tauglichkeit entgegen zu wirken. Die gute körperliche Verfassung war als Grundlage für Expeditionen und den Rettungsdienst notwendig. Leichtathletische Übungen und vielfältige Natursportarten (je nach Gegend Wasser- oder Bergsport) sollten auch leistungsschwächeren Teilnehmern Erfolgserlebnisse ermöglichen.

Trainings heute

Beim körperlichen Training geht es um die Verbesserung der allgemeinen Kondition, wobei die Sensibilität für die Bedeutung der Gesundheit und des physischen und psychischen Wohlbefindens über neue Körpererfahrungen und ein bewussteres Körpergefühl gesteigert werden kann. Dazu gehören also nicht nur Hinweise auf die Gefahren falscher Ernährung und auf Suchtprobleme (kognitiv), vielmehr geht es um praktiziertes Eingehen auf die natürlichen Bedürfnisse (sensitiv, motorisch, emotional) des Menschen.  In der Praxis schaffen einen erlebnispädagogische Programme einen Rahmen, in dem die Teilnehmer*innen gemeinsam Herausforderungen angehen um ihr Durchhaltevermögen zu stärken. Dies bedeutet sich Situationen zu stellen, die Überwindung abverlangen und diese mit Maß und Bedacht anzugehen. Überforderung führt zu Müdigkeit, im schlimmsten Fall zur Selbstgefährdung oder zur Gefährdung der Gruppe. Ein zu hohes Tempo oder die Versuchung, zu viel zur gleichen Zeit oder zu schnell erreichen zu wollen, gefährdet es, gesteckte Ziele zu erreichen Die realistische Selbsteinschätzung der eigenen Stärken und Schwächen, die Wahrnehmung der Stärken und Schwächen der anderen Gruppenmitglieder sind Voraussetzungen, diesen Gefahren zu entgehen. Um diese Selbsteinschätzung zu lernen, bedarf es vielfältiger Erfahrungen, in denen jeder Einzelne -kontrolliert und gesichert die Grenzen spürt, an denen Überforderung beginnt.


Expedition damals

Neben der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit sollte auch der jugendliche Forscherdrang befriedigt und gefördert werden. In ein- oder mehrtägigen Touren zu Fuß, mit dem Fahrrad, Kanu oder Segelschiff, sollten Jugendliche - allein oder in der Gruppe - ursprüngliche Erfahrungen machen und dabei ihre Fähigkeiten entdecken und erweitern.

Expeditionen heute

Die Expedition meint das tatsächliche Hinausgehen in die (Um)Welt, wobei sowohl der Prozess als auch das Ergebnis dieses Auf- und Ausbruchs bedeutsam sind. Für die Kinder und Jugendlichen sollte die Expedition immer eine Aufgabe mit Aufforderungs- und Ernstcharakter darstellen, deren Lösung vom einzelnen Mitglied und von der ganzen Gruppe abhängt. Hierbei kommt es letztlich nicht auf das Überwinden von Entfernungen kommt an, wohl aber auf das "Für sich etwas in Erfahrung bringen". Die Expedition bietet durch die Situation voneinander abhängig zu sein die Möglichkeit sich in Menschlichkeit zu üben. Die Nähe, Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen müssen respektiert werden um ein gutes Gelingen in der Gruppe zu generieren. Dabei gilt es nicht nur im Umgang miteinander achtsam zu sein, sondern auch mit der Umwelt. So können Reaktionen auf das Handeln anderer in gleicher Weise erforscht werden, wie deren Reaktion auf das eigene Handeln wahrgenommen wird. Eine gegenseitige Wertschätzung entsteht, indem diese Auswirkungen einander mitgeteilt werden.
Beim Beispiel Bergtour bedeutet nicht nur die eigenständige Planung eines solchen Vorhabens, sondern auch aufeinander Acht zu geben, wie zum Beispiel das Wandertempo für jeden passend zu gestalten, oder bei Bedarf eine Trinkpause einzulegen.


Rettungsdienste damals

Sie dienten als Maßnahme gegen den Mangel an menschlicher Anteilnahme und waren fest in das Erziehungsprogramm der Schulen (zum Beispiel: Schule Schloss Salem) und Kurzschulen integriert.

Rettungsdienst heute

Der Rettungsdienst bezog sich früher sehr stark auf entsprechende Tätigkeitsfelder (z.B. Erste Hilfe, Feuerwehr, Berg- und See-Rettung). Seit diese Dienste so stark professionalisiert wurden, dass Kinder und Jugendliche dort kaum noch eine Chance haben, wirkungsvoll eingesetzt zu werden, erhalten hier zunehmend ökologisch orientierte Auf gaben ihren vergleichbaren Rang und können - nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Projekt - praktische Bedeutung erlangen.


Verzicht damals

Damit ist der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und andere Drogen gemeint.

Verzicht heute

Phasen der Verarbeitung und Entschleunigung gewinnen an Wertigkeit. Damit ist auch der bewusste Verzicht auf soziale Medien gemeint als Auszeit von unserer aktuellen, schnelllebigen Onlinegesellschaft. Programme, in denen neben den harten Aktionen auch weiche, meditative, besinnliche und entsprechend professionell durchgeführte reflexive Elemente sinnvoll eingebettet sind, bieten einen entscheidenden Beitrag zur Förderung individueller Resilienz Kompetenzen.